Wir zählen die Tage…

Bis wir endlich zurück in der Schweiz sind. Darauf freu ich mich sehr. Ich vermisse meine Freunde und meine Familie.

Wie lassen sich die Tage besser zählen, als mit einem Kalender.

Deshalb hab ich einiges gearbeitet in den letzten Wochen um ihn fertig zu stellen:

Den Fusselponykalender 2018! Limitiert und exklusiv über mich erhältlich!

Es sind 12 Kalenderblätter mit zu den Monaten passenden Motiven. Etwa die Hälfte der Bilder sind neu, die kennt ihr noch nicht ;)
Verkaufspreis ist ca 15€ inkl. Porto
Ich brauch 20 Vorbestellungen um die Kalender zu bestellen.

Hier der Link zu Doodle (bitte euren Namen / Benutzernamen dazu, die Zeit ist einfachheitshalber die Anzahl Kalender *g* Keine Sorge, es sieht niemand euren Eintrag ausser mir.)

https://doodle.com/poll/w5q7bzwxagncu8p5

Anmeldeschluss ist der 25. Juli 2017

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Liebe Grüsse

Quatschkopf Helgi und ich 🙂

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Der tägliche Keks gib uns heute… nur Welchen?

Oder noch lieber: Den sekündlichen Keks. Ja, Herr Isi hat Ansprüche *G*

Heute vor drei Jahren kam Helgi endlich in meine Nähe. Seitdem gab es nur wenige Wochen, in denen er mich nicht zu sehen bekam. Wir haben in der Zeit einiges an Clickerfutter verbraucht, viel getestet und einiges ausgeschlossen. Bei gewissen Dingen (Hagebutten, Fenchel) hoffe ich, dass es nur zeitweilig nicht essbar ist, bei anderem schaue ich darauf, dass er eher wenig davon kriegt. Ich will ihn ja auf keinen Fall rollen können.

Ich bestärke Helgis Motivation mit Keksen und das ist eine grosse Herausforderung. Denn das liebe Schimmelchen ist ziemlich wählerisch. Meistens ja zu meinen Gunsten (Leckerli mit künstlichen Zusatzstoffen mag er nicht), manchmal eher weniger (die gesunden Hagebutten spuckt er mir beleidigt vor die Füsse).

Als wir mit dem Clickern begannen damals, hatte ich einige Ansprüche an die Kekse:
– Getreidefrei (geringste Mengen sind ok)
– kein Zuckerzusatz, weder Melasse noch sonst was.
– keine Geschmacksverstärker, keine künstlichen Aromen
– möglichst klein, damit wir länger clickern können
– gerne in Grossmengen erhältlich oder im Supermarkt kaufbar

Das ist ziemlich schwer. Aber ich war erfolgreich. Beim Jackpotfutter darf es durchaus mal etwas Hochwertigeres sein wie Lavisano. Zu oft gibt es das allerdings nicht. Egal wie nett das Pony in die Kamera grinst…

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Foto privat / Juni 2017

Hier kommt Helgis Top Seven der Clickerleckerlis (und meine Ideen am Schluss, die er leider verschmäht…)

  1. LAVISANO (früher Gurbe genannt)
    Vorteile:
    – ca 2cm lange, recht breite Pellets – ideal für ungeschicktere Pferde oder als Jackpot
    – kein Gekrümel in der Tasche
    – schmecken scheinbar seeehr gut
    – frei von Glukose etc.

    Nachteile:
    – enthalten Getreide
    – zu gross für ein leichtfuttriges Pony, welches nur wenig Futtermasse erhalten soll

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  2. ANIFORTE Luzernepellets
    Vorteile:
    – unterschiedlich lange Pellets mit ca 0,5cm Durchmesser
    – in Wunschgrösse brechbar
    – 100% Luzerne (ideal für Allergiker)

    Nachteile:
    – werden schnell krümelig

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  3. ESPARSETTE Pellets
    Vergleichbar mit Luzerne
    Vorteile:
    – Angenehme Grösse (ca 2cm lang, 0,5cm Durchmesser)
    – Ideal für leichtfuttrige Pferde
    – kann bei Kotwasser unterstützend wirken

    Nachteile:
    – Mag nicht jedes Pferd als Belohnung

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  4. Brandon XL
    Vorteile:
    – gute Grösse (0,5cm Durchmesser, ca 2cm Länge)
    – werden gern gefressen

    Nachteile:
    – Enthält Haferschälkleie und Weizenkleie
    – Enthält Palatinose (ß-gluc.)
    – krümelt schnell

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  5. BIOSTICKIES
    Vorteile:
    – enthalten nur Gras und Kräuter (nach Wahl)
    – in zwei verschiedenen Grössen erhältlich

    Nachteile:
    – Preislich an der oberen Grenze, durch die kleine Grösse halten sie sich aber länger
    – Manchen Pferden bleiben sie im Mund kleben – viel trinken.

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  6. PELLETS vom SCHEUNENLÄDCHEN
    Vorteile:
    – Gut portionierbar da sehr klein
    – verschiedene Inhaltsstoffe nach Wahl (von Heu über Karotte, Apfel bis zu einzelnen Kräutern)

    Nachteile:
    – Nichts für Mund-Grobmotoriker
    – krümeln leicht
    – recht teuer – halten allerdings lange

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  7. WIESENBUSSIS von Agrobs
    Vorteile:
    – Recht gross (1cm Durchmesser, 2-3 cm Länge)
    – kaum krümelig (teilweise sehr hart)
    – werden gern gefressen
    – getreidefrei, bis auf Honig auch unbedenkliche Inhaltsstoffe

    Nachteile:
    – sehr teurer Sackpreis
    – enthält Honig

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  8. HAGEBUTTEN
    Vorteile:
    – kann man im Herbst/Winter selbst ernten
    – Reich an Vitamin C, gut für den Stoffwechsel, bei Arthrose und vielem mehr
    – krümeln nicht, weichen nicht ein, eigentlich top!

    Nachteil:
    – etwas eigen im Geschmack
    – manche Pferde mögen es nicht immer, leider.

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  9. FENCHEL, ROTE BEETE, GURKE
    Vorteile:
    – Zuckerarm
    – überall erhältlich, auch in BIO-Qualität
    – Selbst schneidbar in die gewünschte Grösse

    Nachteile:
    – etwas eigen im Geschmack
    – Auf Lagerung achten

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  10. HEUCOBS
    (Achtung, hierbei darauf achten, dass sie nicht quellen. Empfehlenswert sind zB die Heucobs von Mühldorfer)
    Vorteile:
    – Ideal für Mund-Grobmotoriker da recht gross
    – In Grossmengen preisgünstig erhältlich
    – Enthalten nur Heu ohne Zusatzstoffe

    Nachteile
    – Manchen Pferden zu gehaltlos als Belohnung

 

 

Falls ihr noch mehr Vorschläge habt, dürft ihr sie gern als Kommentar ergänzen. Ich freu mich immer, Neues zu entdecken.

Liebe Grüsse

Helgi und Janine

GLÁMUR wird gedruckt und es fusselt weiter

Mir wurde die letzten Wochen nicht langweilig, denn ich hatte immer etwas zu tun. Zuerst kamen einige Fusselpony-Tshirt-Wünsche rein, dann kam die Idee ein Buch zu schreiben. Davon hab ich euch schon erzählt im letzten Blogbeitrag.
Ich hab mir überlegt, dass GLÁMUR ein eigener Eintrag wert ist. Hier ist er also…

GLÁMUR ist mittlerweile fertig geschrieben und gezeichnet. Darauf bin ich echt stolz!
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Worum geht es bei GLÁMUR?

Islandpony Glámur lebt mit seinen Freunden auf einer Weide. Seine Besonderheit sind seine blauen Augen. Doch die „Knuddelkinder“ aus dem Ort, die zu den Ponys kommen, um sie zu streicheln, zu putzen, und etwas mit ihnen zu unternehmen, haben Angst vor Glámur. Durch seine blauen Augen wirkt er böse auf sie. Sie scheuchen ihn weg, was Glámur traurig macht, weil er alleine auf der Weide zurückbleiben muss.
Doch dann kommt Jenni und freundet sich mit ihm an. Schnell gewinnt sie Glámurs Vertrauen und der Spaß kann beginnen …

 

Erhältlich ist er überall. Ob bei AMAZON (als eBook), bei BoD, im lokalen Buchhandel auf Bestellung, im Tierbuchverlag von Irene Hohe oder bei mir persönlich (auf Wunsch mit Widmung). Bis am 14. Juli 2017 läuft noch der Vorverkauf (über uns Autoren und den Verlag) mit 2€ Rabatt. 

Damit es für Schweizer Fusselponyfans keine Zollprobleme gibt, übernehme ich gerne den Vertrieb. Falls ihr ein Buch wollt, schreibt mich gerne an.

Kurz nachdem wir die Druckfreigabe für GLÁMUR gaben, sassen wir schon an einer neuen Geschichte. Ein kleines Fuchspony, genannt NEPOMUK. Es stellt sich noch die Frage, ob NEPOMUK ein Haflinger ist, oder auch ein Isländer. Oder einfach ein Pony?

Titelseite NEPOMUK

Darum geht es bei NEPOMUK:

Nepomuk hat einen verantwortungsvollen Arbeitsplatz in einer Reitschule. Er trägt kleine Reitanfänger sicher durch die Reitstunden und bringt ihnen das 1 x 1 des Reitens bei.
Bei einem Sprung über ein Hindernis stolpert er und stürzt. Nicht nur seine Reiterin zieht sich Verletzungen zu, auch für Nepomuk muss der Tierarzt gerufen werden. Während die Reiterin bald genesen ist, hat Nepomuk dauerhaft Schmerzen in seinem Bein. Er ist sehr traurig, weil ihm seine Arbeit großen Spaß gemacht hat, aber er kann nicht mehr geritten werden. Gelangweilt sieht er den anderen bei den Stunden zu. So kann es nicht weiter gehen.
Nepomuk darf zu einem Pony ziehen, das seinen Freund verloren hat und nun alleine leben muss. Es ist schon sehr alt und humpelt ebenfalls, genauso wie die betagte Besitzerin. Doch sie hat alle Zeit der Welt, um sich um die beiden zu kümmern und unternimmt lange Spaziergänge mit ihnen, womit alle drei sehr glücklich sind.

Bei Nepomuk sind wir noch mitten im texten, Bilder skizzieren, colorieren und verbessern. Mein Ziel ist es, bis Ende Juli alle Bilder fertig zu haben. Das gibt noch einiges zu tun.
Das Zeichnen macht mir viel Freude, diese Art von Stress ist angenehm.
So, ich muss wieder.
Meldet euch, wenn ihr ein Fusselpony-Buch wollt!

Das Bauchgefühl oder wenn Türen sich schliessen damit andere aufgehen können

Im letzten Beitrag hab ich dazu schon einiges geschrieben, zum ominösen Bauchgefühl. Das Gefühl, welches alles verändern soll und (vielleicht?) alles besser macht.

Bei mir war es so, dass ich ziemlich lange das Gefühl hatte, ich „müsse“ gewisse Dinge tun. Ich bin mit dem folgenden Satz aufgewachsen: Was man anfängt, macht man auch fertig.
Nur… ich bin nicht „man“. Ich bin ich. Und ich habe das Recht Dinge zu beenden, wenn sie für mich nicht mehr passen. Noch bevor ich daran zerbreche.
Solche Sätze kennt ihr bestimmt alle. Vielleicht war der Satz bei dir „Man lässt die Leute ausreden, wenn sie sprechen“ (was natürlich für alle ausser dir galt). Oder „Man macht sowas nicht“ – was auch immer es war.

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„Mein Bauch sagt, er ist leer“ – Jump’n’roll Fusselpony

„Was getan wurde, ist fertig“, bemerkte Ajahn Brahn in seinem (empfehlenswerten) Buch „Die Kuh, die weinte.“ Vielleicht sollten wir uns das öfters in Erinnerung rufen.
Wir sind schon richtig so, wie wir sind wenn wir es mit unserem besten Wissen und Gewissen sind. Während ich dies schreibe, schau ich aus dem Fenster und beobachte Helgi. Helgi is(s)t einfach. Ich denke, ich versuch die Welt mal so zu nehmen wie Helgi. Als etwas was ist. Mit einer solchen Gelassenheit im Jetzt zu leben stell ich mir sehr angenehm vor.

Jedenfalls wollte ich in diesem Beitrag mal schreiben, was alles passierte seitdem ich auf meinen Bauch gehört habe und nach Deutschland gefahren bin. Es begann damit, dass ich mich im Fotografieren übte und plötzlich Anfragen aus überall in Deutschland und der Schweiz bekam. Weil dafür noch ein paar Sachen fehlen (zum Beispiel das tolle öV-Netz aus der Schweiz oder vielleicht doch ein Auto) beschäftigte ich mich mit dem Zeichnen. Aus einer Laune heraus zeichnete ich Pferde aus dem Forum in meinem eigenen Stil (welchen ich seit 2011 nicht gross verändert habe) und zu meinem Unglauben waren die Leute begeistert.
Nicht, dass ich wüsste wieso… Meiner Meinung nach könnte jeder so zeichnen.

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Helgi und Jolly rennen – Jump’n’roll Fusselpony

Begonnen hat es mit den Beiden. Der Linke ist natürlich Helgi. Der Rechte heisst Jolly und wird Helgis Kumpelpony sobald es geht. Noch so ein sensibles Isipony. Noch so eine Bauchgefühlsentscheidung. Mehr über ihn erfahrt ihr, wenn es denn an der Zeit ist.

Aus den skizzierten Fusselponys für Freunde wurde wenig später mehr. Ich wurde angefragt, ob ich die auch auf Tshirts drucken lassen kann. Es brauchte eine kurze Recherche bis ich antwortete: Ja, das kann ich. Schaut her: Jump’n’roll Shop
Naja… und weil die Leute mir gerne helfen wollten bei meinem Weg zu mir selbst, machten sie Werbung und ich brauchte was, um die Zeichnungen zu zeigen. So kam es dazu… Jump’n’roll auf FB

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Airoso und seine Rosen – Jump’n’roll Fusselpony

Das war schon viel zu verarbeiten für mich. Aber es ist noch nicht alles… Ich kenn seit einiger Zeit eine Autorin, deren Bücher ich sehr mag. Auf pferd.de nennt sie sich „Little Dragon.“ Auch Little Dragon (LD) fand meine Ponys klasse und wollte ihre zwei schlanken Isidamen als runde Kugeln dargestellt haben.
Irgendwann traute ich mich, ihre Verlegerin anzufragen, was sie von einem Fusselponybuch halten würde. Ich rechnete mit einer Absage die nicht kam.
Im Gegenteil… Da ich nicht auf einen grünen Zweig kam mit dem Schriftlichen bot sich LD an für eine Partnerarbeit. Ich zeichne, sie schreibt.
Was soll ich sagen… Wir haben schon bald die 40 Bilder für das Bilderbuch zusammen, die Geschichte rundum steht und den Buchvertrag hab ich gestern abgeschickt.
Es gibt ein Jump’n’roll-Fusselpony-Buch!

Die Veröffentlichung ist vermutlich noch in diesem Herbst. Ihr dürft gern Werbung machen. 😀 Ich bin sehr begeistert davon. Noch vor einem halben Jahr hätte ich nie gedacht, dass sich so viele Türen öffnen wenn ich die Eine definitiv schliesse.

 

Übrigens, Helgi und meine Mitbewohnerin mit ihrem Fjordi haben mit mir geübt, Geduld zu haben… Gelassen zu sein… Unbewusst aber sehr wirkungsvoll… Bis vor einem halben Jahr gingen Helgi und ich spazieren um Kilometer abzulaufen. Je mehr, je schneller, desto besser. Das war tatsächlich ziemlich stressig, ist mir jetzt bewusst geworden.
Meine Mitbewohnerin geht anders spazieren, sie wurde wohl von ihrem Fjordi erzogen?
Wir gehen raus, die Ponys dürfen erstmal die Wiese beim Haus abfressen. Nach ein paar Minuten laufen wir weiter zur nächsten Grasestelle. So wandern wir von Grasplatz zu Grasplatz was den Ponys sehr gefällt. Täglich sind wir bis zu 3 Stunden unterwegs, mehr als 9km schaffen wir aber nicht. Dennoch ist es sehr anstrengend. Und ihr glaubt es kaum… Helgi hat seitdem sogar abgenommen und sieht körperlich viel besser aus.

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Foto privat / Mai 2017

Aufmerksame Bildbetrachter haben die Tonerde am Vorderbein bemerkt. Helgi ist seit ein paar Wochen unerklärlicherweise Beinlahm mit dicker Sehne. Zudem ist er von einem Tag auf den anderen sehr schreckhaft geworden, unruhig und angespannt. Es ist gerade in der Abklärung, was er hat.
Ich hoffe, er ist bald wieder gesund damit wir die Erkundungstouren fortsetzen können.
Bis dahin üb ich mich weiter in Geduld, Helgi macht es mir ja vor.

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Foto privat / April 2017

Das Wanderisli hat Potential

Im Juni 2016 habe ich euch vorgewarnt. Ich schrieb, wir seien am Üben der Hankenbeugung. Durch IntrinZen haben wir den Fokus unserer Arbeit verändert, mit Erfolg. Wie es dazu kam, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

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Foto von Samirah Hohl (samirahs.creations@gmail.com) / Herbst 2016

Kurz zu IntrinZen
Das Amerikanische Trainingsprinzip baut auf der intrinsischen Motivation auf. Man möchte, dass das Pferd selbst Freude an der Bewegung hat und sich deshalb mit mehr Energie und Ausdruck bewegt. Diese Motivation unterstützen wir mit dem Clicker bis die Bewegung selbstbelohnend wird.
Unterstützt durch viele Bilder machen die IntrinZen-Leute Lust auf mehr. Pferde, die frei neben ihren Menschen herlaufen, auf der Hinterhand, über den Rücken. Oft mit viel Bewegung der Vorhand, wie das für Gangpferde erwünscht ist. Es sieht so schön einfach und leicht aus.
Das Programm ist noch in der Entwicklung. Nach der Testphase im Herbst 2016 haben sich die Beteiligten zurückgezogen und kommunizieren nur noch über die FB-Gruppe.
Irgendwann sollte dann ein ausgearbeitetes Programm verfügbar sein.

Vorsicht! Wer in Anlehnung an IntrinZen trainieren möchte, sollte sich bewusst sein, dass beim Training auch Momente vorkommen, die nahe am Unkontrollierbaren sind. Wer das nicht möchte und schnell unsicher wird, sollte sich seiner Komfortzone bewusst werden und auf mehr Ruhe im Training achten bevor sich das Pferd dermassen hochpushen kann. Je nach Persönlichkeit des Pferdes und Vorgeschichte, kann es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen. „Normales“ Clickertraining empfinde ich in jedem Fall als der geeignete Einstieg in die Erforschung der intrinsischen und extrinsischen Motivation des eigenen Pferdes.

Helgi tut sich schwer mit seiner Hinterhand. Nachdem wir anfangs immer mit blockiertem ISG zu kämpfen hatten, hatte er weniger ein Gefühl für die Hinterhand. Dass man die beugen kann, war für ihn nur schwer zu begreifen. So dachte ich, könnten die Crunches ein guter Weg sein, ihn beweglicher zu kriegen. Nebenbei erhoffte ich mir mehr Lauffreude, dass er sicherer wird im Ausdruck und mehr Selbstvertrauen aufbaut.
Ich hab im Juni 2016 mit den empfohlenen Crunches begonnen. Crunches sind eigentlich Kniebeugen. Das Pony sollte die Hanken beugen und den Rücken heben, dabei die Bauchmuskeln schön anspannen. Idealerweise stellt es den Kopf und drückt sich nicht über den Unterhals hinten runter. Die Übung ist sehr stark motivierend, das Pony fühlt sich gross und stark durch die Imponierhaltung.

Als wir begannen, tat sich erst nicht viel. Manche sagen, es tat sich gar nichts. Ich hab regelmässig Videos machen lassen, die den Fortschritt zeigen sollten. Die ersten Wochen schwankte das Pony tatsächlich nur vor und zurück, schön über den Unterhals getragen. Oft bewegten sich die Hufe, obwohl die doch festkleben sollten. Ich blieb geduldig, übte mich im clicken im richtigen Moment und wartete. Mit der Zeit wurde Crunchen zu Helgis Lieblingsübung. Überall und jederzeit stellte er sich neben mich und zeigte, wie toll er sein Gewicht verlagern kann.
Das erste Video Mitte Juni nach kurzem Training: *click* Hier hat er erst verstanden, dass ich irgendwas mit einer Rückwärtsbewegung möchte.

Beim zweiten Video im August *click* hatte er schon mehr begriffen. Die Hufe blieben festgeklebt und er arbeitete an der Gewichtsverlagerung.

Im September *click* zeigte sich wieder mehr, aber die Hankenbeugung hakte noch. Er wusste, dass da noch was fehlt, aber was? Die Kopf/Halshaltung habe ich mehrheitlich ignoriert bzw im restlichen Training mehr die Stellung bestärkt. Zu viele Details hätten Helgi überfordert. Ich achte darauf, nie zu viele Einzelheiten aufs Mal zu trainieren.

Im Oktober hatte Helgi eine Physiobehandlung. Das ISG war locker, aber anderes hakte. Und plötzlich hatte er begriffen, was ich wollte. *click*
Er hatte es so gut begriffen, dass er plötzlich auch mit gebeugter Hinterhand galoppieren konnte. Weiterhin bot er das Crunchen beim Losreiten und Anhalten an. Das lobte ich, setzte er sich doch schön auf die Hinterhand. In der Zwischenzeit hatte ich immer öfter ein Pony, welches freiwillig an der Hand galoppierte. Er wurde bewegungsfreudiger und einiges kräftiger.

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Foto von Samirah Hohl (samirahs.creations@gmail.com) / Herbst 2016

Bei einer Trainingseinheit setzte er sich so stark auf die Hinterhand, dass es ihm vorne die Hufe vom Boden hob. Helgi erschrak ab sich selber. Dass ich ihn dafür lobte, musste er erst verarbeiten.

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Foto privat / Oktober 2016

Ab dem Moment schien der Damm gebrochen zu sein. Helgi gab sich Mühe, immer mehr mit seiner Hinterhand zu arbeiten. Er WOLLTE so anstrengend trainieren. Dass ihn das schnell überforderte, merkte er kaum. Hier zeigte sich das Negative der intrinsischen Motivation. Helgi sah keine Grenzen mehr. Er fand sich toll bei dieser Arbeit und wollte weitermachen. Dies ging so weit, dass er sich überforderte. Ich musste ihm Grenzen setzen, ihn stoppen wenn er zu viel machte. Das fand er blöd, denn so konnte er sich nicht mehr toll fühlen. Hier sollte man schon zu Beginn der Arbeit über die intrinsische Motivation Gelegenheiten einfliessen lassen, in denen sich das Pferd entspannen kann ohne Frust. Crunches-Einheiten haben wir immer kurz gehalten, maximal 10-15min. Zwischendurch haben wir anderes gemacht und das ebenso bestärkt. Helgi hat ein Talent dafür, neu gelerntes an anderen Stellen einzusetzen… So zum Beispiel hier: *click*

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Foto privat / Dezember 2016

Wir haben unser Ziel vom Juni also erreicht! In gewissen Dingen haben wir es sogar übertroffen. Helgi kann nun über die Hinterhand steigen und macht es nur auf Signal. Es ist zu anstrengend als Bettelübung, das war und ist mir sehr wichtig.

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Foto Samirah Hohl (samirahs.creations@gmail.com) / Oktober 2016

Ich muss mir wohl die Ziele öfters langfristig planen, denn genau diese erreichen wir immer so unglaublich schnell… Ein steigender Helgi? Das war noch vor einem Jahr undenkbar. Bis heute ist es eine zweischneidige Übung… Sie kann so schnell nach hinten losgehen. Helgi hab ich darin bestärkt, weil es nicht als Steigen aufgebaut ist sondern als gymnastizierende Übung. Allein in dem Zusammenhang darf er es auch zeigen.

Zum Abschluss… Wir haben alles erreicht, was wir mit dem IntrinZen-Prinzip erreichen wollten. Helgi hat an Selbstvertrauen gewonnen. Er traut sich mehr Bewegung zu, verkrampft sich weniger schnell. In der Freiarbeit können wir manchmal auch Galopp einbauen. Und wenn wir in Spiellaune sind, kann es zu solchen Momenten kommen.

Viel Spass beim Anschauen
*click*

Wenn Wege kürzer werden, als geplant

Vieles ist passiert in der Zwischenzeit. Ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen, alles umgekrempelt. Ich bin daran es so zu organisieren, dass es für mich passt. Es fühlt sich gut an!
Meine Wanderroute ans Meer hat sich fast über Nacht um mehrere hundert Kilometer verkürzt. Anfang Dezember ist Helgi in einen Stall westlich von Hannover gezogen. Ich folgte ihm im Januar. Meine Mitbewohnerin und ich haben den Ponystall zu einem Paradies umgebaut. Paddock-Trail mit 24h Heu aus Heunetzen, einer Spielwiese und viel Platz für die beiden Falben zum glücklich sein. Noch fehlen zwei Einsteller zur Perfektionierung, aber das eilt nicht.

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Foto von privat / Februar 2017

Die Gelegenheit ergab sich ganz spontan. Ich habe neue Wege gesucht und einen gefunden, der mir passend erscheint. Mich von allen Fesseln befreit und mir Zeit geschaffen um herauszufinden, was ich wirklich will. Im Flachland kann ich die Gedanken schweifen lassen, ohne dass sie von Bergen blockiert werden.

Ich selbst erhole mich von meinem stressbedingten Nahezu-Zusammenbruch im Herbst und überdenke meine Zukunft. So übe ich mich im Fotografieren und habe bereits die ersten Aufträge erhalten. Ich bin stolz auf die Anfragen, ich freue mich, dass Leute von der Nordseeküste bis nach Wien, von Flensburg bis Zürich (CH) Bilder von mir wollen. Sobald ein Auto organisiert ist, geht es los und ich darf endlich Deutschland erkunden. Nebenbei bin ich auf der Suche nach einem Teilzeitjob, entweder im Büro (ich bin ausgebildete Kauffrau) oder mit Menschen (als Fast-Lehrerin bietet sich das an…).

Mehr zu meiner Fotografie findet ihr auf FB: Jj-Fotografie oder auf meiner Website Fotos-Jj. Ich bin ab April Deutschlandweit unterwegs und biete Fotoshootings mit Hunden und Pferden.

Der Wanderplan wurde durch den Umzug um einiges vereinfacht und verkürzt. Je nach Stallsituation lässt er sich vielleicht einfacher umsetzen als gedacht. Das kann doch kein Zufall sein? Oder doch? So lässt sich der Plan viel leichter umsetzen. Ob ich nach der Minitour nochmals unterwegs sein werde, schaue ich mal. Kleinere Touren habe ich im Hinterkopf (Unter anderem nach Köln und Bayern zu Helgis Vorbesitzerin…).
Ich träume davon, mit Helgi ans Meer zu gehen.
Als Herausforderung seh ich es noch, ob wir nur zu Zweit gehen sollen. Mein Bauchgefühl meint, Helgi brauche einen Kumpel unterwegs. Jemanden, der immer bei ihm ist und nicht täglich neue fremde Pferde. Hier habe ich eine kleine Idee, mal schauen was draus wird.

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Foto von privat / Januar 2017

Ich bin so voller Energie und stürze mich hiermit in das Abenteuer meines Lebens. Endlich bin ich aus dem Nebel aufgetaucht. Das Flachland an der Weser tut mir unglaublich gut, ich liebe die Weite, die Wildgänse, die 16 Rehe die auf den Feldern hinter unserem Ponyparadies wohnen. Ich bestaune die Windräder, die ziegelroten Backsteinhäuser, die ewig flachen Strassen. Alles ist so anders, als in der Schweiz. Die Leute sind viel offener, ehrlicher, hilfsbereiter und sympathischer. Ich fühl mich hier wohl.

Danke Deutschland, dass ich hier sein darf!

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Foto von privat / Januar 2017

Ziele als Wegweiser

Während meiner Ausbildung zur Lehrerin habe ich zwischendurch einige Wochen Praxis in der Schule oder dem Kindergarten. So auch bis Ende Mai dieses Jahres.

Ich verbrachte sieben Wochen in einer ersten Klasse und wurde fast durchgehend von den Klassenlehrern beobachtet und beurteilt. Im Anschluss an die Lektionen hatten wir immer ein Gespräch bei welchem mir rückgemeldet wurde, was gut war und was weniger. Fast täglich hörte ich dabei, dass es klasse sei, wie ruhig und gelassen ich doch mit den Kindern umgehe und wie entspannt ich beim Warten sei. Anfangs freute mich das noch, doch mit jeder Wiederholung wurde ich frustrierter.

Frustriert ab einem Lob? 
Ja. Denn ich hatte das Gefühl, dass mir dieses Lob nichts bringt. Ich empfand es nicht als konstruktiv, denn ich bin von meiner Persönlichkeit her schon sehr ruhig und nach aussen gelassen. Je öfter ich das Lob also hörte, desto mehr fragte ich mich, ob ich nicht noch mehr könne. Ob das alles sei. Es kam so weit, dass ich mir einredete, dass ich gar nichts anderes könne als ruhig sein. Als Lehrerin ist dies jedoch nicht wirklich positiv, denn ich möchte die Kinder auch aktivieren, sie zum mitmachen anregen und begeistern.
Ich erzählte meiner Mentorin von meinem Frust und wir besprachen, was wir dagegen unternehmen können.

Wichtig ist, dass ich mir Ziele setze die ich erreichen will. So haben die Experten etwas, was sie beobachten können ohne in der Gesamtheit „verloren“ zu gehen. Ich muss sagen, was ich möchte um Fortschritte zu machen. Nur so kann man mir helfen.

Wieso ich das hier in diesem Blog schreibe? Weil Ziele wichtig sind. Nur mit Zielen können wir unseren aktuellen Stand bestimmen und Fortschritte erkennen. Für Helgis und mein Zusammensein habe ich einige Ziele. Eines war, dass wir bis Oktober 2016 in den grossen Wald reiten können ohne Begleitung und ohne, dass Helgi kopflos wird vor Angst und Unsicherheit. Zuletzt sind wir vor dem Stallwechsel allein ausgeritten. Das war ungefähr im Dezember 2015. Dabei war Helgi recht unsicher und bei einer Kollegin ist er sogar durchgebrannt.
In den letzten Monaten waren wir öfters in Begleitung ausreiten. Helgi hat immer mehr an Selbstvertrauen gewonnen und musste öfters Führpferd spielen, weil die deutlich älteren Pferde Angst hatten. Das machte er richtig gut.

 

So nahm ich gestern all meinen Mut zusammen, sattelte ihn und kletterte auf Helgis Rücken. Schon das Losreiten war eine Herausforderung, denn ein Traktor stand im Weg. Traktoren sind böse, merkt euch das!
Ich überzeugte Helgi, dass er laufen kann. Und dann waren wir schon fast im Wald und Helgi war zwar angespannt und nervös, aber durchweg kontrollierbar. Ein Stück lief ich, dann stieg ich wieder auf und hatte ein nahezu ruhiges Pony unter mir. Es war, als würden wir täglich allein ausreiten. Ohne Probleme, fast entspannt.

 

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Foto von privat / Juni 2016

Beim Waldausgang stieg ich ab, ich war so stolz auf Helgi, dass er seine Ängste überwunden hat, dass ich fand, es reiche an Aufregung für heute. Und Helgi? Der war genauso stolz auf sich. So hatten wir nebenbei unser grosses Ziel erreicht weil wir beide über unseren Schatten gesprungen waren.

So geht es uns jedesmal, wenn wir ein Ziel gemeinsam erreichen. Wir freuen uns und sind stolz, einen weiteren Meilenstein erreicht zu haben. Deshalb werde ich auch weiterhin unser Training an Zielen orientieren. Die Ziele sind langfristig und ohne Stichtag, denn schliesslich haben helgi und ich noch alle Zeit der Welt zu ihrer Vollendung.

Unser nächstes Ziel?
Die Hankenbiegung erlernen und den spanischen Schritt. Helgi und ich sind bereits sehr motiviert dabei. Denn irgendwie ist doch schon der Weg dahin unser Ziel.

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Foto von Samirah Hohl (samirahs.creations@gmail.com) / 2016

Jede Reise beginnt mit…

…der Vorbereitung.

Von unserer konditionellen Vorbereitung habe ich ja schon grob berichtet.

Konkret heisst das, dass wir die letzten zwei Monate etwa 2-3 mal pro Woche unterwegs waren. So oft es halt ging…

Helgi durfte als Handpferd mit raus, spielte Kinderpony (wobei er seine Reiter gut erzieht *g*) und nicht zu vergessen, wir gingen ausreiten. Da wir gerade einen Sattel zum Testen da haben, nutze ich es voll aus.

Der Sattel ist übrigens ein Startrekk Comfort, für alle die genauso Sattel-neugierig sind wie ich. Helgi läuft sehr gut damit, in allen vier gerittenen Gangarten. Und ich komm zum sitzen. Als Packsattel wäre er auch geeignet, finde ich (Kleine Nebenbemerkung: Der Sattel ist auf diesem Bild nicht in der Waage. Er senkt sich aber, wenn ich drin sitze und liegt dann korrekt).

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Foto von privat / 2016

 

Zurück zum Trainingsprogramm.

Aktuell arbeiten wir auf dem Platz und im Gelände an Helgis Losgelassenheit und Entspannung. Darauf aufbauend an der Durchlässigkeit und der Balance. Grundsätzlich habe ich diese akademische Ausbildungsskala als Richtlinie:

  • (Entspannung) *
  • Balance *
  • Losgelassenheit *
  • Durchlässigkeit
  • Formgebung
  • Tempo
  • Takt

(*Stand Anfang Juni 2016)

Entspannung und Losgelassenheit
Seit dem Sommer 2014 erkunden wir gemeinsam die Schweiz. In dieser Zeit war das Hauptziel Vertrauen und Entspannung. Gerade letzteres war oft schwer bis gar nicht zu erreichen. Seit dem letzten Stallwechsel wird uns die Ruhe geschenkt. Bei Helgi zeigt es sich darin, dass er sich plötzlich wälzen kann. Oder darin, dass er auf der Weide und im Stall am helllichten Tag abliegt und schläft. Dieses Erlebnis war eine totale Premiere für uns.

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Foto von privat / 2016

Als wäre das nicht schon toll genug gewesen, durfte ich mich zu ihm hin setzen und an seinen Bauch anlehnen. Da erst legte er sich flach hin um zu träumen. Was für ein Wendy-Moment! Ein Moment, der mich für die ganzen Wochen zuvor in der Schule entschädigte und mich endlich mal entspannen und loslassen liess. Helgi hat mir gezeigt, wie wichtig Entspannung ist. Nicht nur bei seinem, sondern auch bei meinem Leben.

 

Bei der Platzarbeit kann Helgi mittlerweile losgelassen traben. Er bevorzugt den Spürdinosaurier-Gang bereits im Freilauf was mich einerseits freut, andererseits haben wir jetzt die Aufgabe an mehr Aufrichtung zu basteln.

Balance
Direkt an der Balance arbeiten wir nicht. Die wird nebenbei trainiert beim Spielen auf der Weide, bei der Longenarbeit und bei der Handarbeit, wo die Schulterkontrolle eine grosse Rolle spielt. Ich bin der Meinung, dass die Balance von alleine kommt, wenn alles andere stimmt.

Durchlässigkeit und auch etwas Takt…
Takt ist immer so ein Thema bei uns. Helgi ist ja Fünfgänger, was es schwieriger macht. Wir haben zu viel Auswahl. Neben den bekannteren Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp, kann er auch noch Tölt und Pass gehen. Kontrolliert abrufbar (neben den Grundgangarten) ist jedoch nur der Tölt, was mir schon reicht. Bis zu diesem Frühling hab ich den Tölt wo möglich ignoriert oder nur vom Boden aus abgerufen. Der Fokus lag und liegt auf den Grundgangarten Schritt und Trab. Erst wenn Helgi guten Schritt geht, nehmen wir den Trab dazu. Und erst wenn der Trab irgendwann locker läuft, kommen Galopp und Tölt dazu.

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Foto von Francelaura / 2016

Daran arbeiten tun wir aktuell hauptsächlich an der Longe und direkt bei der Handarbeit. In vier Monaten kamen wir vom Stand: „Schritt ist schon schwer genug, Trab ergibt ein dem Gleichgewicht nachrennendes Pony“ zu unserem Erfolg: „Schritt ist meist losgelassen und entspannt, deshalb klappt auch der Trab schon bis zu einer Runde ohne Rennen!“ Ich bin so stolz auf das Schimmelchen!
Nach dem Physiotermin gestern sollte es weiter so voran gehen. Vielleicht schaffen wir dann bis Ende Jahr den Galopp auf dem Zirkel?

Helgi war in der Schulter blockiert, aus diesem Grund waren die Gangarten passverschoben. Bereits heute hab ich da deutliche Fortschritte bemerkt. Der Schritt war taktklar, soweit ich es sehe, der Trab war wieder weniger gelaufen und mit mehr Energie. Tölt war ausverkauft – ein sehr gutes Zeichen. Je schiefer das Pony, desto besser töltet es. Das ist mein Merksatz der bisher immer ankündigte, wann ein Physiotermin nötig ist.

Am Tempo und der Formgebung wollen wir noch gar nicht arbeiten. Eines nach dem anderen und alles mit der Zeit. Helgi wird ja erst acht, da haben wir noch Gelegenheiten bis zum abwinken. Unsere gemeinsamen Momente sollen nicht durch die Arbeit dominiert werden, nein. Ich muss in meinem restlichen Leben schon genug Dinge leisten, da soll das Ponyleben eine Entlastung darstellen. Wir üben, wann wir beide Lust und Energie haben. Und wenn das nicht so ist, reicht ein ruhiger Spaziergang oder ein Ausritt mit den anderen Stallkumpels und ich seh grosszügig über den nassgeschwitzten Hals hinweg. Dafür hatte Helgi Spass, er konnte sich mal auspowern und ich den Geschwindigkeitsrausch auf seinem Rücken spüren.

 

//Die Ausbildungsskala habe ich von T. Clerc – unserer grossen Hilfe. Ihr findet sie hier: http://www.lebonnitte.ch/

//Den Sattel findet ihr hier: Deuber.de

Was ist eigentlich La-Ficelle?

Dieser Beitrag hat nur am Rande etwas mit unserem Ziel zu tun. Doch er ist auch ein Teil davon. Wie könnte man heutzutage auch ohne Geld überleben?

Diesen Monat stehen einige kostspielige Dinge an, gleichzeitig darf ich wegen meiner Ausbildung nicht arbeiten. Keine gute Kombination, ihr versteht das sicher. Helgi braucht dringend eine Physiobehandlung wenn seine Hufe weiterhin so gerade bleiben sollen. Die Physio hat nur diesen Monat Zeit für uns.
Theoretisch wären noch weitere Termine an der Reihe, doch die hab ich etwas nach hinten verschoben. Wie den Zahnarzt, die Hufpflegerin, einen passenden Sattel und so weiter.

Deshalb habe ich mal unseren Schrank durchwühlt und schweres Herzens alle derzeit nicht benötigten Gegenstände auf meine Website gestellt.

La-Ficelle ist meine Seite, auf der ich eigentlich für meine selbstgemachten Knotenhalfter und Flechtartikel werbe. Aber das Studium lässt mir noch nicht mal Zeit zum Atmen, deshalb ist diese Tätigkeit stillgelegt. Aktuell habe ich direkt verkäufliche Dinge inseriert.

Von Sattel, Kappzaum, Schenkeltrense, Knotenhalfter bis zu Pferde-Fachbüchern ist vieles dabei. Schaut doch mal rein? Ich verschicke auch nach DE, wobei das wohl mit dem Zoll zu teuer wird?

*Hier kommt ihr zu La-Ficelle*

 

Unsere ersten Packtaschen

Wie wir dann mal unterwegs sein werden, das überleg ich mir schon länger. Die aktuelle Idee ist, auf, vor und hinter dem Sattel die Packtaschen zu befestigen. Dann muss ich nicht auf den Sattel verzichten, sollten wir längere Pausen einlegen (zB zur Erkundung der Lüneburger Heide oder für den Wattritt am Meer…). Ich werde nebenher laufen, denn mit meinem Gewicht käme Helgi an seine (von mir gesetzten) Grenzen der Tragkraft. Die Grenze liegt bei etwa 70kg insgesamt.

Gestern hab ich ganz tolle Packtaschen geschenkt gekriegt und die musste Helgi nach der Sattelanpassung direkt Probetragen. Sieht gut aus – wann geht es los?! (Keine Sorge, das violette Band hinten war nur provisorisch^^)

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Foto von privat / 2016

Naja, bevor es losgeht, muss der Sattel irgendwie passen. So gefällt er mir mit den Klettkissen nicht wirklich, im Stand bilden sie eine Brücke und in Bewegung liegen sie gut auf. Ich muss den Sattel hinten anheben, sonst kommt er trotz Mini-Widerrist vorne zu hoch. Argh! Vielleicht verkauf ich ihn doch wieder. Dann spare ich auf einen anderen…

Einen Packsattel will ich nicht. Der kostet mir zu viel, um ihn nur diese paar Wochen zu brauchen. Auf den Übungsausflügen reite ich teilweise ja, ausserdem haben wir weniger Gepäck dabei (gegen Ende natürlich öfters mit Vollbeladung damit ich mich ans Packen und Helgi ans Gepäck gewöhnen kann). Mir schwebt ein kurzer Wanderreitsattel vor, eventuell Richtung Endurance. Gerne Trekker, Deuber oder Startrekk. Naja, in vier Jahren verändert sich das Pony noch etwas, ausserdem hab ich Zeit, um Geld zu verdienen. Das wird schon.

Nach der Sattel-Odyssey waren wir wieder spazieren. Helgi hat Kondition für deutlich mehr als eine Stunde im Schritt. Der war erst aufgewärmt. Wir haben schon überlegt, ob er mit den Arabern nochmals mit soll. Auf dem Foto ist übrigens ein Bitless Bridle aus seil zu sehen. Ausnahmsweise nicht selbst gemacht. Das haben wir auch geschenkt gekriegt und heute gleich getestet. Beim führen mit der gezeigten Verschnallung legt er sich ganz rein, das ist ihm ziemlich egal. Mal schauen, wie es beim reiten ist. Aber ich glaub, wir bleiben beim Sidepull und beim Knotenhalfter. Darauf reagiert er am besten.

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Foto privat / 2016